In und um Bangalore – Zur Abwechselung ein positiver Bericht über Indien

In diesem Bericht findet ihr alles über unsere einwöchige Reise nach Bangalore, sowie unseren Besuch im Bannerghatta National Park.

Eins noch vorweg: Wir hatten das Glück von einem unserer Geschäftspartner eingeladen zu werden. Dieser nahm uns in seine Obhut und organisierte ein umfassendes Kulturprogramm für uns. Außerdem gab er uns Tipps, wie wir anschließend noch andere Teile im Land erkunden können.

Einreisebestimmungen für Indien

Mittlerweile kann man ganz problemlos online sein Visum beantragen. Ihr müsst lediglich den Einreiseflughafen dabei beachten. Bangalore, oder auch Bengaluru genannt, war dabei. Eine e-Tourist-Visums-Einreise lohnt sich sogar, da sie wohl noch nicht so häufig in Anspruch genommen wird und die Einreiseschalter entsprechend wenig besucht sind.

Dieses Visum kostet ca. 4o Euro  und kann hier beantragt werden (zu diesem Formular gelangt ihr auch über die Seite des Auswärtigen Amts). Leider gibt es ähnlich wie beim ESTA auch hier Agenturen, die sich eine goldene Nase durch die Visumsbeantragung verdienen. Die Seiten sehen sich (zumindest aus meiner Sicht) zum verwechseln ähnlich.

Das s.g. e-TV eignet sich als übliches Touristenvisum und als „casual business visits“. Hier solltet ihr eure Reise lieber wahrheitsgemäß einschätzen, bevor ihr am Grenzübertritt scheitert. Wir hatten tatsächlich keine Probleme und auch die vielen Horrorgeschichten, dass man ewig lange Rede und Antwort stehen muss, trafen auf uns nicht zu.

Anreise von Düsseldorf nach Bengaluru

Die Preise für die Flugbuchung scheinen zumindest für den Zeitraum von August bis Oktober recht stabil zu sein. Zirka zwei Wochen vor dem Abflug haben wir unsere Flüge gebucht. Auch einige Monate zuvor bewegten sich die Preise um die 500 Euro. Letztendlich haben wir für 490 Euro mit Air France von Düsseldorf über Paris direkt nach Bangalore gebucht. Ähnliche Angebote gab es auch mit Lufthansa ab Frankfurt nach Mumbai.

Am Flughafen wurden wir von unserem Partner ganz herzlich in Empfang genommen, erhielten eine Blumenkette und unser erstes Drittes Auge. Dann ging es über die Autobahn ohne viel Verkehr ins Innere der Stadt, wo wir im Keys Hotel untergebracht waren. Okay, zugegeben, es war mitten in der Nacht und die Highways waren frei.

Wie buche ich Inlandsflüge, Züge und Hotels in Indien?

Zu dieser Frage gibt es nur eine einzige Antwort: MakeMyTrip

Diese Website erledigt alles für euch zum besten Preis. Außerdem müsst ihr euch nicht durch die merkwürdigen Fahrplantafeln der Eisenbahngesellschaft wühlen oder bei verschiedenen Fluggesellschaften Routen anfragen. So etwas könnten wir in Deutschland übrigens auch gut gebrauchen.

Nachteil: Ihr benötigt für euren Account eine indische Handynummer. Wir hatten wie gesagt Glück und konnten die unseres Partners nutzen. Beim Auswärtigen Amt gibt es zwar den Hinweis, dass jeder Einreisende eine kostenlose SIM-Karte erhalten soll, wir haben aber leider keine bekommen. Vor Ort sollte die Beschaffung aber kein Problem darstellen.

Bangalore, die aufstrebende Metropole

Das Hotel war sauber und an einer Hauptverkehrsader gelegen. Ohne Fahrer konnte man den Ort leider nicht verlassen, da das Überqueren der Straße für Europäer sicherlich lebensgefährlich wäre, wenngleich sich im Gewusel alles bewegt, was sich bewegen kann. Ob LKWs, Busse, Fahrradfahrer, Fußgänger, Hunde, Kühe oder Schweine, alles benutzt den Highway. Überhaupt scheinen die heiligen Kühe allgegenwärtig zu sein. Ich fand’s toll.

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Kuh zwischen parkenden Autos, aber auch im rasenden Straßenverkehr sind sie überall zu finden. 

Bangalore präsentierte sich uns tagsüber als aufstrebende Metropole. Unzählige Baustellen, moderne Malls und unglaublich viel Verkehr. Wie wohl überall in Indien gibt es auch hier kurzzeitige Stromausfälle und für europäische Augen wirkt erst einmal alles sehr chaotisch. Durch die vielen Berichte und auch Bücher, die ich mir im Vorfeld zu Gemüte gezogen habe, war ich innerlich auf viel Armut und noch mehr Müll eingestellt. Das traf in meinen Augen allerdings nicht zu. Ja, wir waren mit unserem Geschäftspartner vor Ort unterwegs und haben sicherlich die schöneren Seiten gezeigt bekommen, aber ich war auch schon an Orten, wo wesentlich mehr Müll auf der Straße lag. Immerhin hat Bangalore bereits Plastiktüten komplett verbannt. Das alles soll kein Fürsprechen für Indien im Allgemeinen sein und, immerhin waren wir nur in Bangalore (hinterher noch in Mangalore und Goa) und ich bin mir auch sicher, dass es in den wirklich großen Städten wie Mumbai, Delhi und Kalkutta bestimmt ganz anders aussieht. Mit Sicherheit trägt der Wirtschaftsboom in Bangalore auch dazu bei, dass die Stadt mittlerweile einen ganz eigenen Lifestyle entwickelt hat – „positive vibrations“ eben :).
Fazit: Ihr braucht für den Straßenverkehr viel Geduld. Wer aber bereits in Städten wie Bangkok unterwegs war, wird sich schnell daran gewöhnt haben (in Bangkok hatte ich hingegen Todesangst im Auto).Am besten organisiert man sich einen Fahrer, der für den gesamten Tag einen Festpreis nimmt. Dies kann z.B. über das Hotel geschehen. Aber auch Uber und Ola sind als Apps äußerst beliebt und funktionieren problemlos. Vorausgesetzt, man hat Internet.

Gegessen wird häufig in anderen Hotels, die teilweise sehr außergewöhnliche Restaurants bieten. Am Wochenende waren wir allerdings im Shiro. Das ist ein schicker Laden in der hippen UB City Mall. Dort wird Fusion Kitchen angeboten mit entsprechenden Getränken und Ambiente. Ab 10 Uhr abends (zumindest am Freitag) verwandelt sich der ganze Laden in eine Disco. Wer hier heiße Bollywood-Rhythmen oder coole elektronische Musik erwartet, ist zumindest im Shiro falsch. Denn dort wurden nur die erlesensten Hits des letzten Jahrhunderts gespielt. So tanzten wir über den Dächern von Bangalore mit einer Horde wild gewordener Inder zu Cheri Cheri Lady von Modern Talking und zu Alane von Wes.

Bannerghatta Biological Park

Der Bannerghatta Biological Park, manchmal auch als National Park bezeichnet, liegt ca. 20 km außerhalb von Bangalore. Unser Plan war es eigentlich, in den Bandipur National Park zu reisen, er sei aber zu weit weg und man müsste unglaublich viel Glück haben, um überhaupt etwas zu sehen. Also folgten wir der Empfehlung und es ging zum Bannerghatta.

Die Tiere sind dort in sehr großen Gehegen untergebracht, getrennt nach Rassen, die sich miteinander vertragen. Alles ist also etwas Zoo-ähnlich, wobei es wirklich wesentlich größer war, als ich es mir vorgestellt hatte. Wir haben alle Arten direkt vor die Linse bekommen und hatten ausreichend Zeit, die Tiere zu bestaunen. Alles im allem machte der Park einen sehr guten Eindruck. Aufgrund der Wilderei weiß man ja auch immer nicht so genau, ob die Tiere in freier Wildbahn besser aufgehoben wären.

Nachdem wir durch alle „Safaris“ durch waren, ging es noch in den Butterfly Park. Das ist eine große Kuppel, in der Schmetterlinge mit entsprechender Flora leben. Gezüchtet werden diese eigens im Breeding Center. Dort ist der Zutritt üblicherweise verboten. Ein Mitarbeiter sprach uns aber an, führte uns durch das Center und erklärte, wie die Schmetterlinge gezüchtet werden. Was für ein Glück dachten wir noch, dass wir so etwas mal sehen dürfen. Das Ende vom Lied war allerdings, dass der gute Mann dann auch eine entsprechende Entlohnung von uns haben wollte. Da wir in indischer Begleitung waren, konnten wir uns der Situation entziehen. Klar, auch alleine wäre es möglich gewesen, dass wir einfach verschwinden. Ob wir es auch gemacht hätten, ist aber fraglich. Also merkt euch: Geht nie mit Fremden mit!

 

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